Akquise der anderen Art (Ironie)
Ich war heute auf Streifzug zwecks Versicherungen, für eine geplante Selbstständigkeit ein nicht zu unterschätzender Punkt. Ich landete auf der Website eines großen Versicherungsunternehmens mit Sitz in München. An sich ist dieses Haus sehr bekannt, leistet sich sogar teure Fernsehwerbung und hat das Alphavieh überhaupt als Logo – einen Löwen. Ok, genug dessen.
Jedenfalls ging vorhin diese E-Mail an zwei zumindest im Impressum hinterlegte Adressen …
Sie haben einen potentiellen Kunden verloren, denn …
… Ihre Webseite ist für nicht-Internet-Explorer-Nutzer nicht benutzbar.
Sehr geehrte Damen und Herren,
gerne hätte ich mich über ihr Produktangebot informiert und ihren Tarifrechner ausprobiert, da ich an einem relativ umfangreichen Versicherungsangebot wegen einer bevorstehenden Selbstständigkeit interessiert war.
Doch leider hat ihre „trendige“ Werbeagentur versäumt, das für sie wahrscheinlich nicht gerade günstige Portal „[…]“ plattform- und browserübergreifend zu gestalten. Leider ist es mir weder mit dem Firefox 2, Firefox 3 oder dem Safari 3 (ich bin Mac-Nutzer) ihr Menü in der linken Spalte zu nutzen. Neben der Unbenutzbarkeit liegen zudem auch einige Probleme in der Wiedergabe der Website vor, die zwar keine Unbenutzbarkeit herbeiführen, für eine finale, dem Kunden berechnete Website unhaltbar sind.
Weiterhin probierte ich anschließend die Seite auf meinem iPhone und konnte nicht einmal ansatzweise auch nur zur Interaktion kommen, da sich die Seite ständig neu lud. Nur mit tricksen konnte ich meinen mobilen Internetbrowser dazu bewegen, doch bitte mit dem Neuladen aufzuhören.Ich hätte nicht gedacht, dass es solcherlei Problematiken auf der Website einer doch ansonsten hoch renommierten Versicherungsgesellschaft im Jahre 2008 noch gibt. Eigentlich bedauerlich.
Ich denke, es ist Zeit, dass Sie ein ernsthaftes Gespräch mit ihren Webentwicklern der Firma „[…]“ wechseln. Mich würde ihre Absprungrate aufgrund der Unbenutzbarkeit wahrlich interessieren.
Mit freundlichen Grüßen
Christoph Bach
Webentwickler
Ich bitte zu entschuldigen, dass ich weder die URL noch die Agentur explizit aufgeführt hab. Ihr wisst ja sicherlich, wie man Google bedient. Oder Hirnschmalz einsetzt. Oder einfach die Punkte als Symbolträger belässt …
Ich finde das einfach nur peinlich. Da werden anscheinend fünfstellige Beträge für so einen Schrott ausgegeben. Das Menü wird komplett per JavaScript generiert. Nicht nur, dass das schon ziemlicher Blödsinn ist, darüber hinaus ist es sogar noch so schlecht, dass es nicht im Firefox 2/3 oder dem Safari 3 funktioniert. MobileSafari rennt im Kreis und läd die Seite dauernd neu. Mit gut Glück kann man im rechten Zeitpunkt das Neuladen abbrechen. Das Menü? Wird zwar angezeigt, es läd aber nichts … Dass die Darstellung teilweise in allen genannten Browsern durcheinander.
Ich frage mich ernsthaft, welcher Depp sich die Kappe aufsetzt und die horrende Absprungrate verantwortet. Aber anscheinend interessieren sich einige Verantworliche keinen Deut um Abschlussraten über ihren Webauftritt. Oder gar um 30% potentielle Kundschaft. Scheint also ganz gut in der Versicherungsbranche zu laufen.
Wie kann das sein? Wie kann es sein, dass eine anscheinend renommierte Agentur (in Referenzen stehen Begriffe, wie „T-Home“, „Postbank“, etc.) mit großem Tammtamm und Bullshit-Bingo-tauglichem PR-Gebrabbel auf dicke Hose macht, aber dann auf der essentiellen Seite webentwicklungstechnischer Sondermüll produziert wird? Das ist doch nicht mehr vertretbar. Es mag ja sein, dass der „aktuelle“ Auftritt einige Tage auf dem Buckel hat, aber selbst dann entspricht sowas tendenziell in Richtung Berufsverfehlung. Kann auch sein, dass die angesprochene Agentur keinerlei Entwicklung durchführt, sondern nur „outsourced“. Wenn ja, dann definitiv daneben.
Eine Angebotsanfrage kann gerne per Kontaktformular abgesendet werden.
Übrigens, das Menü läuft im Opera 9.5, allerdings sorgt das unausgereifte CSS dafür, dass die Seite zerschossen ist.
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