Die drei …
Nein, nicht die Fragezeichen. Ich hab in der „Überschrift auch nichts vergessen. Es geht wirklich um die drei „…“, im Fachjargon auch Ellipse genannt.
Theorie
Die Auslassungspunkte („…“) sind ein Satzzeichen. Sie können eine Auslassung zwischen zwei Ausdrücken (Ellipse) wie auch vor oder nach einem Ausdruck kennzeichnen.
Ein Ausdruck kann dabei der Teil eines Wortes, ein ganzes Wort, eine Wortgruppe wie auch eine Zahl oder sogar Zahlenreihe sein.
Die Ellipse besteht im typografischen Sinne nicht aus drei Einzelpunkten, sondern sie bildet ein eigenes, einzelnes Zeichen.
Showtime
diverse Web-Fonts:
einige weitere Fonts:
Beide Punktreihen haben die gleiche Schriftgröße, unterscheiden sich teilweise aber extrem. Der eine Font bevorzugt ein wesentlich schmaleres Kerning gegenüber den Einzelpunkten (Verdana [wobei hier sogar die Größe der Punkte an sich verschieden ist], Fago), andere Schriften zeichnen sich dadurch aus, dass die Ellipse eine sehr große Dickte, mit viel Vor- und Nachbreite, hat (Times New Roman, Myriad Pro). Dann gibt es aber auch Fonts, wie die Georgia, der das egal ist und die Ellipse sich nichts gegenüber den Einzelpunkten nimmt.
Do it yourself
Auf dem Mac erzielt man das Sonderzeichen mit der Tastenkombination Alt + .. Unter Windows muss man sich mit der kryptischen Kombi aus Alt + 0133 (Ziffernblock) vergnügen (ha ha!). Neben dieser Direkteingabe existieren für Nicht-UTF-8-Webentwickler (gibt’s sowas überhaupt noch?) noch das Dezimalzeichen #8230 und das HTML-Entity &hellip (abschließende Semikoli nicht vergessen).
Praxis
Soweit zur Theorie. Die Ellipse wird natürlich gerne verwendet, wenn man einen Satz offen halten will und das Gedachte in die Ferne schweifen lässt oder einem Gesprächspartner einen Anschluss bieten möchte.
Aber der Großteil der „…“-Fans weiß gar nicht, wie man sie richtig nutzt. Denn das Offenhalten eines Satzes wird sehr oft falsch angewendet. Immer wieder wird die Ellipse einfach an das letzte Wort angehängt. Doch das ist falsch. Wenn ein Wort am offenen Satzende ausgeschrieben ist, dann muss ein Leerzeichen vor die Ellipse!
Hier ein simples, aber effektives Beispiel, was das verdeutlicht:
Der Internet Explorer ist der letzte Sch…
Der Internet Explorer ist der letzte Scheißdreck …
Wird das Wort nicht beendet, wird die Ellipse ohne Leerzeichen angehängt. Bei Vollendung folgt erst ein Leerzeichen, dann die Ellipse. Es ist so ein…, nein, simpel …
Ich hoffe, das ist halbwegs verständlich. Ein Laie muss die Tastenkombination für das korrekte Satzzeichen nicht wissen – aber ein Mediengestalter, und solche, die irgendwas mit Typografie zu tun haben.
Die korrekte Anwendung hingegen sollte jeder wissen. Wider der Unwissenheit, mkay?
Keine relevanten Artikel.























1
Achja, das gute alte ALT+ASCII_code-Geklimper.
Mit Alt+255 kann man auch ab und an mal Leute verarschen: Sieht aus wie ein Leerzeichen… isses… aaaaber… nich’! <;D
2
Das stimmt hier nicht so ganz.
Das Leerzeichen zwischen abgeschlossenem Wort und folgender Ellipse ist optional. Man kann es ebenso gut weglassen. Es gibt dazu keine eindeutige Regelung.
“Es war einmal…” oder auch “Es war einmal …” sind beides akzeptable Versionen.
Quelle: Grammatik-Duden, Neue-Deutsche-Rechtschreibung-Duden
3
Es geht hier um gute Mikrotypografie und nicht um DIN-ISO-Sekretärinnen-„Deutsch“ (laut diesem ISO-Quatsch ist es nicht mal mehr gern gesehen, Telefonnumern zu spationieren. Viva lá Geschmacklosigkeit).
Du sagst selber, es gibt keine eindeutige Regelung. Ich würde hier den gesunden Menschenverstand walten lassen, denn es sind Auslassungspunkte. Ist ein Wort nicht vollständig, dann fehlen Buchstaben, dann setzt man kein Leerzeichen. Ist ein Satz nicht vollständig und mehrere Worte ausgelassen, dann mit Leerzeichen.
Dein Beispiel kann man auch falsch interpretieren: „Es war einmal…“ = „Es war einmalig“.
Der Duden ist kein Gesetzestext und steht nicht gerade für das Referenzwerk, wenn es um antändige Typografie geht.