Die Wellen der Zensursula
Zensursula, die; kein Plural; Netz-Jargon, Kunstwort aus „Zensur“ und „Ursula“, unrühmlicher Spitzname für Ursula von der Leyen (oftmals auch v. d. Laien genannt), Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend; Twitter-Hastag: #zensursula
Für die einen schlagen die Wellen der Zensursula wie eine gewaltige Brandung an die Felswände der Rechtstaatlichkeit, bei anderen säumt ein mildes Rauschen den Strand der kleinen, heilen und untrüglichen Welt. Dass dabei das Wasser giftig grün und ätzend ist, bedenkt der letztere Teil nicht. Sie baden eh nicht. Am Strand sitzen reicht für sie, um über’s Schwimmen diskutieren zu können.
Und Zensursula steht am Bug der Flotte von Volldeppen, die denken, sie können all das Unrecht und die Grausamkeiten, die tausenden von Kindern angetan werden, mit einem lächerlichen Stopp-Schild verdecken. Dass der Sud an Perversion links und rechts danebensuppt, will von denen keiner realisieren. Und niemand macht den Dreck weg. Statt sich der effizienteren und unmissverständlichen Aufklärung und Verurteilung solcher grausamen Verbrechen zu verschreiben, wird Polemisierung und zusätzlich Denunzierung derer vorangetrieben, die hinter der aktuellen Schnellschusspolitik nicht nur miese Wahlkampfrhethorik sehen, sondern auch die Schaffung eines für die breite Masse unaufälligen Zensurapparates. Und nichts anderes wird kommen. Wie kann es anders sein, dass wenige Tage nach Verabschiedung des Sperrgesetze die Content-Mafia nach Ausweitungen der Sperren ruft und gar die SPD nach mehr Kontrolle giert? Sieht denn keiner, wohin das führt?
„Wir wissen, dass bei den vielen Kunden, die es gibt, rund 80 Prozent die ganz normalen User des Internets sind. Und jeder, der jetzt zuhört, kann eigentlich sich selber fragen: Wen kenne ich, wer Sperren im Internet aktiv umgehen kann? Die müssen schon deutlich versierter sein. Das sind die 20 Prozent. Die sind zum Teil schwer Pädokriminelle. Die bewegen sich in ganz anderen Foren. Die sind versierte Internet-Nutzer, natürlich auch geschult im Laufe der Jahre in diesem widerwärtigen Geschäft.“
Eigentlich wollte ich nicht so viel darüber schreiben, aber man bauscht sich auf. Wer auch nur halbwegs gesunden Menschenverstand besitzt und dieses zwielichtige und schwammige Gesetz verhindern will, der kann an der aktuellen ePetition teilnehmen. Hier jedenfalls noch einige Meinungen aus dem Netz:
- Netzpolitik: Hintergrundtext – Kinderpornographie und Internetsperren
- Jens Scholz: Warum es um Zensur geht
- Spiegel: Internetsperren – Politik, Populismus und Kinderporno
- Notizblog: Über die Vorstellung hinaus
- c’t: Verschleierungstaktik – Die Argumente für Kinderporno-Sperren laufen ins Leere
- Focus: Überwachung durch die Hintertür
- Nachtrag: hr-online: Liebe Kollegen vom Fernsehen … (TV-Beitrag c’t-TV)
- Nachtrag: Zapp: Heftige Proteste gegen Sperrungen im Internet
- etc., für mehr, einfach googlen
Zusätzlich empfehle ich die 3sat-Interviews mit Johnny Haeusler (Spreeblick), Axel Kossel (c’t) und Andreas Maurer (1&1) zum Thema Internetsperren.
Keine relevanten Artikel.





















1
Bundesministerin, nicht MdB
2
Recht hast’e, danke!
3
Der Twitter-Trend des Jahres steht mit #zensursula praktisch jetzt bereits fest..