Schlecht geklaut, oder: Auch der letzte Strohhalm kann brechen

Obama ist inspirierend, Obama steht für „Change“, Obama ist auf jeden Fall ein guter Griff in die Präsidentenwühlkiste. Mit dem neuen amerikanischen Präsidenten wird sich sicherlich Einiges zum Besseren wenden. Es scheint aber auch Dinge an Obama zu geben, die einen schlechten Einfluss ausüben: Menschen werden faul. Zumindest in der politischen Präsentation. Da werden nicht nur die Wahlkampfsprüche geklaut – und in einem derb hohen Maße peinlich, dass man sich schon fremdschämen muss –, auch die Reizstromquelle Internet wird angezapft. Kandidat heute: die neue Website von Dieter Althaus.

Viva la Copy&Paste

Vor wenigen Wochen hat es schon seine Runden gedreht, das Obama-Althaus-Derivat d-althaus.de (der bekommt hier sicher keinen Backlink). Man könnte fast sagen: „Was hättest’e denn anderes erwartet?“ Kreative Eigenwilligkeit? Hang zur Individualismus? Innovationen gar? Papperlapapp. Das wäre nun wirklich nicht mit der üblich unmotivierten politischen Banalität eines Althaus vereinbar. Dafür muss man schon ordentlich einen über die Piste schieben, damit man auf sich aufmerksam macht. Am besten noch jemanden umnieten. Anyways, ich schweife ab.

Obama-Althaus-Derivat

Der Screenshot der Obama-Website kann sich jeder hier „live“ ansehen. Am neuen (?) Webauftritt Dieter Althaus’ erkennt man die übliche Masche von Pseudoinnovation und nichtssagendem Blah-Blah, hin zu völligem Fehlen jeglichen Anstandes. Glaubt man sich in der Agentur noch selber? Kann man einem Politiker trauen, der sowas gestattet? Können so viele Menschen so weit hinterm Jupiter wohnen? Man kann ja nicht mehr von einer inspirativen Beeinflussung sprechen oder sich zumindest schönreden, dass es gut adaptiert worden wäre. Vielmehr breitet sich der Gedanke aus, dass nicht einmal im entsprechenden Business der Arsch in der Hose ist, eine eigene Identität zu schaffen, sich individuell und unmissverständlich zu präsentieren. Es wird die Hilf- und Ideenlosigkeit sozusagen zusätzlich manifestiert.

Ich frage mich eigentlich, wie man mit der aktuellen Dreistigkeit aus bestimmten politischen Richtungen auch noch Wählerstimmen aufgreift. Da ist die Frage nach dem geistigen Zustand beider Seiten (Sender und Empfänger) durchaus berechtigt. Zusätzlich gefragt: Was ist schlimmer, das offensichtlich bewusste Kopieren und Akzeptieren des Hohns oder das völlige Nichtwissen über die breite Nutzer- und Kennerschaft da draußen, die sich in Spot übt und einen sprichwörtlichen Verriss der thüringischen Politwelt vollzieht?

wahrheitAlso folge ich getreu dem Aufruf dieses Bildes (Quelle: d-althaus.de, irgendwo im Quellcode gefunden, auskommentiert …) – oh staunet, da war doch was – hoffentlich tut’s weh.

Ich bin übrigens nicht der Einzige, der das lächerlich findet. Allerdings merke ich, dass ich den Post schon zwei Wochen hätte schreiben sollen. Mist.

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