Wordcamp Jena 2009 –
Resümee eines Camp-Neulings

WordCamp-Resümee – Banner
Das Wordcamp Jena 2009 (Tag wcj09 – Twitter/Flickr) ist vorbei und ich will nicht damit hinten anstehen (hmm, zeitlich tu’ ich das wohl schon), einen Erfahrungs- und Erlebnisbericht darüber zu verfassen.
Premiere
Für mich persönlich war das erste Mal, dass ich eine derartige Veranstaltung (Bar-/Wordcamp) besucht habe – Premiere sozusagen. Hinzu kam, dass ich außer Frank niemanden persönlich kennen werden würde – die tendenzielle Wahrscheinlichkeit, den engen Kreis an mir persönlich bekannten Bloggern zu treffen, war wirklich verschwindend gering. Ich betrachtete es dahingehend auch als Herausforderung, bewusst neue Leute kennenzulernen. Daher passte es natürlich wunderbar, dass Freitag bereits ein Vortreffen veranstaltet wurde. Da ich wusste, dass ich es nicht weit nach Jena haben werde (ich bin in der Zwischenzeit nach Weimar gezogen), und es sicherlich nicht bei einem Glas Bier bleiben werden sollte [sic!] folgte ich Franks Empfehlung für ein Zimmer im Hotel „Zur Noll“. War nicht billig, hat sich aber gelohnt (die Website spiegelt nicht die Qualität des Hotels wieder – ich muss da mal intervenieren …).
Freitag Abend
Die erste Meute fand sich zur Abendessenszeit in der Noll ein. Nach und nach trudelten noch mehr Leute ein und es zählte gut 15 hungrige WordPress-Mäuler, die es sich natürlich nicht nehmen ließen, die Speisekarte zu wälzen. Die Atmosphäre war angenehm, vielleicht noch etwas verspannt, sah sich der Großteil hier doch erst zum ersten Mal – von Blogs und Telefongesprächen abgesehen; das persönliche Treffen ist schlicht mit nichts gleichzusetzen. So fiel man zwangsläufig ins kalte Wasser, wenn man sich in den allgmeinen Small Talk einbringen wollte. Warum auch nicht? Immerhin waren alle wegen einem Thema hier – also fand man recht schnell zueinander.
Haupttreffpunkt des Abends war das Kaffeehaus Markt 11. Eine interessante Location, die an diesem Abend wohl die höchste Bloggerdichte in der Geschichte aufweißen sollte. Ich hätte nicht gedacht, dass viele dem Ruf folgen würden, aber hier lag ich völlig daneben. Die Bude war voll – und laut, aber zum Glück rauchfrei. So musste sich in der oberen Etage irgendwie Platz geschaffen werden. Franks Wünsche nach einer Stehparty verloren sich allerdings beim Anblick der äußerst gemütlichen Sitzgelegenheiten. Die Warterei an der Theke konnte wunderbar mit Gesprächen über allerlei Thematik gefüllt werden. Um 1 Uhr bin ich dann im Hotel verschwunden. Ein paar Stunden Schlaf wollte ich noch mitnehmen.
Der Freitag schon ein sehr interessanter Abend. Bin froh, dass ich das mitnehmen konnte. Ich hoffe, dass die Freitagsparty eine kleine Tradition wird.
Samstag
Da ich noch nie im JenTower war, machte sich natürlich Neugier breit. Ein Riesenteil. Im 27. Stock hat man eine unglaubliche Winterlandschaft betrachten können. Insgesamt ein wirklich guter Ort, mit einer großen Lobby und fünf Konferenzräumen. Kulinarisch wurden die Teilnehmer mit leckerem Kaffee und Bretzeln versorgt, zudem standen reichlich Getränkekästen bereit, an denen man sich bedienen konnte. Verbesserungspunkt für’s nächste Mal: Mehr Becher; besser verstecken und nach und nach rausholen. Was ich nicht nachvollziehen kann: Meckerei über die Verpflegung. Hallo Leute? Meine Güte, das war eine kostenlose Veranstaltung! Wenn die Raucher bereit sind, wegen einer Kippe den Fahrstuhl zu nehmen, warum dann nicht für ein ordentliches Mittagessen? Oder pragmatisch sein: zwei, drei Bretzeln machen auch satt, Kaffee dazu, fertig.
Der Draht in die Netzwelt konnte via einem stabilen, nicht immer schnellem (völlig vertretbar bei der Menge an Teilnehmern) WLAN zur Verfügung gestellt. Per Beamer wurde die WordCamp-Twitter-/Flickr-Wall auf eine Leinwand geworfen und jeder konnte sich dort selber mit dem Tag #wcj09 verewigen – klasse Idee.
Nach der Eröffnung durch Olaf schlossen sich bereits die ersten Sessions an, da sich der Plan – Matt Mullenwegs Keynote gleich zu Beginn – änderte. Dennoch war der Tagesplan proppevoll. Teilweise liefen fünf Sessions gleichzeitig, da war es nicht immer einfach, einen Überblick zu behalten und für sich das richtige Thema zu finden. Glücklicherweise wurden einige der Vorträge aufgezeichnet und diese werden demnächst veröffentlicht, so kann man sich nachträglich noch entgangenes Wissen reindrücken, sehr fein (freue mich hier besonders auf Hennings Vortragsreihe).
Die Sessions waren thematisch äußerst durchwachsen und interessant. Jedoch kam mir in gewisser Weise das Thema WordPress zu kurz. Zumindest Michael Preuß’ Vorstellung seines flexibel-konfigurierbaren Themes weckte in dem Bereich mein Neugier (der Beamer gehört zum Fenster raus – 120 m abwärts!). Bin mal auf sein Endergebnis gespannt. Dirk Jesses Vorträge über CSS-Frameworks macht mal wieder Laune, sich YAML zum fünften Mal runterzuladen … Sein jQuery-Debugging-Tool ist natürlich klasse und sieht vielversprechend aus. Sorry nochmal Thomas, dass ich deswegen aus deiner Session flüchtete. Hochinteressant und beinahe ein Feuer–Wasser-Kampf wurde es bei Alpers Vortrag um den Bloggerverband. Ein kontroverses Thema, das aber nach einer Klärung ruft.
Persönlich war ich mit den von mir besuchten Vorträgen völlig zufrieden, hat man doch anderweitig schlechtere Erfahrungen gemacht. Ich danke jedenfalls den Rednern für ihr Engagement!
Matts Keynote
Matt erzählte ein wenig über die geschichtliche und Entwicklung von WordPress der vergangenen Jahre und etwas aus dem Nähkästchen über . Außerdem gab er den Anwesenden die Möglichkeit, Vorschläge für die kommende Version 2.8 in die Runde zu werfen. Ich hoffe nur, dass man darüber nachdenkt – es gibt Beweismaterial!
Samstag Abend
Lang war’s nicht, zugegeben, aber ich hatte leider noch ein paar Dinge zu erledigen. So zog ich mit Robert Richtung Gatto Bello, zum After-Show-Abhängen, unweit vom Tower. Hübsches Lokal, sicher einen weiteren Besuch wert. Ein schöner Ausklang des Tages, mit Fachsimpeleien über klassische Videospiele und all der Kram. Als ich ging lernte ich beiläufig noch Roy von Qimaya kennen. Zufälle gibt’s …
Anfängliche Bedenken
Also, hm … was soll ich sagen. Man geht natürlich mit einigen Fragen im Hinterkopf zu solchen Veranstaltungen. Man „kennt“ dutzende Leute über das, was sie bloggen oder twittern, man „kennt“ sie von Bildern oder Videos – aber man hat ihnen nie in die Augen geschaut, mit ihnen über irgendwelche Themen geschwatzt. Wie wird sich’s entwickeln? Mit wem kommt man in Kontakt?
Solche Fragen lösen sich relativ schnell in unbegründete Sorgen auf – ich mein’, die Leute sind dort ja nicht umsonst, sondern wegen der gleichen Beweggründe. Ich bin also echt davon überrascht, wie schnell man in Gespräche findet, sich über geekige, aber auch völlig unspezifische Themen unterhält. Das hat Spaß gemacht, war aufschlussreich und man gewinnt völlig neue Erkenntnisse über die Menschen hinter ihren Blogs.
Für mich steht jedenfalls fest, dass das nächste WordCamp im Terminkalender steht (auch ohne Termin …). Ich muss mich etwas gezielter nach entsprechenden Terminen umsehen, von mir aus auch weiter als 30 Minuten Fahrt entfernt.
Anschiss
Der erste Anschiss geht an all diejenigen da draußen, die sich zwar freiwillig angemeldet haben, dann sich aber zu fein waren, schlussendlich abzusagen. Das ist gelinde gesagt völliger Scheiß. Es kann doch nicht sein, dass von knapp erwarteten 300 Teilnehmern 80 nicht erscheinen, wohingegen andere sicherlich sehr gerne gekommen wären, aufgrund der vollen Teilnehmerplätze aber eben nicht konnten. Sorry, aber das finde ich traurig. 20, 30, von mir aus. Aber 80? Leute, denkt mal drüber nach, wie man einen Veranstalter dadurch in Probleme treiben kann.
Der zweite Anschiss geht an das nicht vorhandene Mikrofon für die Eröffnungsrede sowie Matts Keynote bzw. die Fragerunde währenddessen. Das Hintergrundgenuschel war am Ende so groß, dass es schon störte – und ich stand im Mittelgang hinter den Kameras. Ich will nicht wissen, wie es denen irgendwo am Rand ging.
Der Dritte geht an die Über-Laptop-Nutzer. Niemand hat was dagegen, wenn man kurz etwas am Rechner tippt, tweetet oder zwischen den Sessions etwas bloggt, oder wie ich, wildes Passwort-Resetten durchführt, weil das Kurzzeitgedächtnis versagte (danke nochmal, Alex!). Aber haltet es in einem gesunden Rahmen. Mir sind einige Leute aufgefallen, die sich gar nicht mehr von ihrem Rechenknecht losreißen konnten. Das ist für einen Vortragenden immer äußerst unangenehm.
Lob
Ein fettes Dankeschön geht natürlich an die Orga rund um WordPress Deutschland Inpsyde: Leute, großartige Arbeit! Ich weiß Euren Enthusiasmus zu schätzen. Das Wochenende hat sich definitiv gelohnt und mich wirklich bereichert. In jeder Hinsicht.
Weitere Eindrücke
Flickr-Tag wcj09, Video und Podcast von Radio G
Und wer bis hier hin durchgehalten hat: Danke!
Keine relevanten Artikel.






















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Sehr nette Zusammenfassung. War super, dich und die Anderen kennenzulernen. Freue mich auf das nächste Mal
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sehr schön, danke für Lob und sachliche Kritik!
Hinter dem Camp stand aber WordPress Deutschland nur indirekt, denn Inspyde hat es organisiert und wir kümmern uns um WPD.
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Gefixt, sorry!
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Anschiss angekommen
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Nun ja, dass sich Leute anmelden und diese dann nicht kommen, ist irgendwo (leider) normal – zumahl es kostenlos war.
Auf der anderen Seite war lange genug Zeit sich anzumelden.
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[...] Das Wordcamp ist vorbei. Auf vielen Blogs, z.B. praegnanz.de, datenkind, almstudio, usw. gab es ausführliche [...]
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Bitte, gern geschehen
Also wegen den Anschisspunkten kann ich dir nur Recht geben. Aber wie gesagt, es kann ja nicht alles perfekt sein. Schade, dass ich die Diskussion von Alper nicht mehr sehen konnte und ein ausklingenden Abend wäre auch perfekt gewesen. Aber sicherlich beim nächsten Mal. Es war auf alle Fälle super, viele Leute kennengelernt, oder zumindest das erste Mal persönlich kennengelernt.
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wirklich sehr schöner artikel zum Wordcamp Jena 2009.
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eine gute Zusammenfassung für mich, also für diejenige, die nicht dabei war, und trotzdem ein wenig mitgekriegt hat. danke
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Gern geschehen!